Tobi greener

Tobi greener | Fischhaut schneiden

 

Funktionalität und Ästhetik sollten sich auch bei der Gestaltung eines Gewehrschaftes stets ergänzen. Ein gängiges und verbreitetes Mittel um die Schönheit eines Gewehrschaftes zu verbessern ist es, eine Fischhaut schneiden zu lassen.

Ein scharfe Fischhaut lässt sich angenehm anfassen und verbessert die Griffigkeit des Schaftes.  Das Fischhaut schneiden hat seinen Namen - natürlich - von der klassischen Schuppenstruktur der Fische. Schon seit Jahrhunderten gehört das Fischhaut schneiden zu den handwerklichen Fertigkeiten von Büchsenmachern.

Bereits bei Pistolen und Gewehren, welche um 1780 gebaut wurden, sieht man die ersten Variationen der heute noch üblichen Fischhaut. Damals wurde beim Fischhaut schneiden mehr Wert auf Funktionalität gelegt, so dass die heute übliche, feine Struktur noch nicht erreicht wurde. Anstatt der beim Fischhaut schneiden typischen Rautenstruktur wurden an diesen frühen Arbeiten noch senkrecht aufeinander stehende Linien eingeschnitzt. Diese Linien standen zudem noch weit auseinander. Im Ergebnis entstand eine grobe Rechtecksstruktur bei den Waffen in dieser Zeit.

Erst seit dem ersten Drittel des 19. Jahrhunderts wurde der Linienwinkel mit den heute noch üblichen 30 bis 35 Grad geschnitten. Der Linienabstand blieb meist bei 14 oder sogar 12 Linien pro Zoll zunächst noch recht groß.

Das Fischhaut schneiden nimmt, je nach Umfang der Fischhaut, viele Stunden konzentrierten Arbeitens in Anspruch.  Dazu werden heute verstärkt automatisch geführte Maschinen eingesetzt. Typische Hilfsmittel sind z.B. Minikreissägen oder Laser. Auf den ersten Blick ist kein Unterschied zur echten Handwerkskunst zu sehen. Waffenkenner und Liebhaber allerdings erkennen den Unterschied sofort. Eine saubere Schnittfläche ist weder mit dem Laser noch mit einer anderen Maschine herzustellen.

Insbesondere die scharfen "Diamanten" der Rautenstruktur lassen sich maschinell nicht in der Qualität fertigen, welche mit einer handwerklichen Stichelgravur erreichen lässt. Laien lassen sich mit den billigeren Verfahren zunächst täuschen. Werden sie von einem Fachmann über den Unterschied aufgeklärt, werden auch sie auf die typischen Qualitätsmerkmale handwerklich korrekt hergestellter Fischhaut achten.

Je weicher und feinfaseriger die Holzqualität ist, desto feiner kann die Fischhaut geschnitten werden. Mit sprödem oder faserigem Holz ist nur ein grobe Fischhaut herstellbar.

Die von uns beauftragten Büchsenmacher und Werkstätten beherrschen noch das althergebrachte Handwerk in Perfektion. Linie für Linie mit einem Messer geschnittene Fischhaut zur Veredelung ihres Schaftes - wir erstellen Ihnen gerne ein individuelles Angebot.